Es gibt in Deutschland 46 universitäre Botanischen Gärten, die über 10% der weltweiten Flora in ihren Forschungssammlungen beherbergen. Moderne Botanische Gärten spielen daher eine wichtige Rolle bei der Öffentlichkeitsbildung, der Forschung und Lehre, und für den Arten- und Naturschutz. Deren pflanzliche Sammlungsobjekte (Akzessionen) sind lebendig und unterliegen damit auch einer stetigen Veraenderung wie durch vegetative oder sexuelle Vermehrung oder sie gehen ein. Besonders Sammlungsobjekte, die direkt aus ihrem Lebensraum als Wildaufsammlung (als Same oder Pflanze) in botanischen Gaerten erhalten werden, stellen als Repräsentanten der natürlichen genetischen Vielfalt eine wertvolle Forschungsressource dar. Eine Vervielfältigung durch (ungesteuerte) Aussaat, (gezielte) Kreuzung oder vegetative Ableger ist gängige Praxis, um die teilweise begrenzte Lebensdauer von Pflanzen in botanischen Gärten zu überlisten. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Sammlungsobjekte aus dem Austausch von Samen oder Pflanzenteilen zwischen Gärten stammt. Um den wissenschaftlichen Wert dieser Sammlungsobjekte zu erhalten, muss besonders die Objektbiographie jeder Akzession bei der Kuration berücksichtigt werden.

Das International Plant Exchange Network (dt. IPEN Netzwerk) hat ein Model entwickelt, welches in Übereinstimmung mit den Anforderungen des sogenannten "Access and Benefits Sharings" liegt und gleichzeitig den Austausch von Samen oder Pflanzenteilen zwischen Gärten dokumentieren soll (IPEN-Nummer). Die IPEN-Nummer ist ein einzigartiger Code je weitergegebener Akzession, mit der eine Akzession theoretisch auf ihren Ursprung zurückverfolgt werden kann.

Dies ist allerdings nicht so trivial und über die Zeit können Daten anhängig zu den Akzessionen auch mal verloren gehen.

Es mangelt bisher an einer einheitlichen Struktur der Datenbanksysteme und -inhalte zwischen den verschiedenen botanischen Gärten sowie einer Vernetzung, mittels derer man sich leicht einen Überblick über die vorhandenen Arten, Anzahl an Akzessionen (inkl. Duplikate) und z.B. deren Status (lebend, tot, Diaspore) verschaffen könnte.

Das Verbundprojekt Evo-BoGa hat zum Ziel exemplarisch für die mit am weitesten vertretenden Arten in Botanischen Gärten (Bromelien und Kakteen) ein Datenportal zu entwickeln, welches eine digitale Vernetzung von mehreren Akteuren ermöglicht ohne Doppelstrukturen zu schaffen. Die heterogene Datenstruktur kann überbrückt werden, indem man Datenstandards verwendet (ABCD v.2), auf die die lokalen Datenbanken ihre Dateneinträge übertragen. Auf Basis eines Datenportals wird eine übergeordnete Sammlungsstrategie möglich und der Zugang zu Forschungsressourcen erleichtert.

Die Forschungsprojekte in Evo-BoGa haben darüber hinaus das Ziel Methoden und genetische Marker zu entwickeln, die die Identifikation von Arten erleichtern und den Vergleich mit anderen Akzessionen derselben Art ermöglichen sollen...

Best Practise Beispiele zu Sammlungsstrategie

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EvoBoGa. [Accessed 2019-08-25]